Der Förderverein für Früh- und Risikogeborene „ Ronja" e.V. etablierte sich aus einem kleinen Kreis Mütter, die sich eingeladen von einem Arzt, neugierig gegenüberstanden. Bei den ersten Treffen erzählte jeder eine sich oft wiederholende und doch für jeden Einzelnen, eine einzigartige Geschichte. Die Geschichte eines Mutterwerdens, die man so nicht erwartet hätte. Klar hatte man von möglicher Frühgeburt gehört, aber das trifft doch eigentlich immer die Anderen. Und nun saß man in einem Kreis Mütter zu frühgeborener Kinder und gehörte dazu.
Zaghaft und doch voller Stolz erzählten wir uns die „ Startschwierigkeiten" unserer Kinder.

Unsere Kinder haben trotz verschiedener Verläufe der Frühgeborenenzeit eines gemeinsam. Sie haben in den ersten Lebenswochen mächtig kämpfen müssen. Oftmals klitzeklein, hilflos und doch so stark. Ein winziges, kleines Wesen umgeben von viel Medizintechnik, ein Bild dass sich tief in uns gespeichert hat. Technik , die Angst machte und später als helfend und wichtig erkannt wurde.

Wir sprachen über den anders verlaufenen Start und seinem daraus resultierenden anderen Alltag , später zu Hause. Wir sprachen über Verluste verstorbener Kinder. Wir sprachen über Zukunftsängste. Man merkte recht schnell, hier kann ich reden und werde verstanden. Durch die Anwesenheit von Schwestern und Ärzten bekam man noch zusätzliche medizinische Information. Es war insgesamt gesehen ein Stück Verarbeitung der vergangenen Zeit und ein Stück Hoffnung für die Zukunft, denn die anderen schafften und schaffen es ja schließlich auch.

Mit vielen neuen Gedanken ging ich nach dem ersten Treffen nach Hause und erwartete erfreut den nächsten Termin. Es war gut wissen, dass es jemanden gab, dem man seine Ängste und Fragen anvertrauen konnte, dem man voller Stolz vom Erreichten erzählten konnte.
Wir sprachen dieselbe Sprache und das tat gut.

Mittlerweile ist aus diesem Mütterkreis ein Förderverein entstanden, der weit mehr als Plaudern und Erfahrungen austauschen kann. Die Gruppe hatte sich zum Ziel gemacht, für die Station und den nachfolgenden Kindern und deren Eltern von ihren eigenen Erfahrungen
profitieren zu lassen und dadurch wiederum selbst zu profitieren. Mit dem eigenen Wissen bzw. Erfahrungen anderen zur Seite zu stehen ist Geben und Nehmen gleichermaßen.

So konnte der Förderverein u.a. bei der Einrichtung und Finanzierung mehrerer Elternzimmer helfen, konnte bei der Anschaffung medizinischer Geräte unterstützend helfen, konnte Schwestern bei der Weiterbildung mit einem finanziellen Zuschuss unterstützen.

Schwestern bei den Weiterbildungen zu unterstützen, war uns auch ein großes Muss. Verbesserungen und Neuerungen machen auch vor einer Neonatologischen Intensivstation nicht halt. Umso wertvoller erscheint uns, dass Schwestern jede Möglichkeit nutzen sich weiter zu bilden, Erfahrungen anderer Einrichtungen „nach Hause" zu holen. Diese Weiterbildungen werden von den Schwestern selbst finanziert. Da das Erlernte/ Erfahrene unseren Kindern und somit auch uns als Eltern zu gute kommt, unterstützen wir diese Maßnahmen mit einem kleinen finanziellen Zuschuss. Können wir so auch damit symbolisieren, welchen Stellenwert ihre Arbeit für uns hat, können wir danke sagen für das , was uns von jeder einzelnen Schwester Gutes widerfahren ist.

Unsere Mitglieder treffen sich einmal monatlich zum Elternabend. Wir suchen gemeinsam Themen aus, zu denen wir uns fachkompetente Leute einladen. So hatten wir z.B. verschiedene Fachärzte geladen, die uns zu ihrem Fachgebiet Vorträge hielten, die unsere Fragen geduldig beantwortet haben. Fragen, die den Rahmen einer normalen Sprechstunde sprengen würden. Dies gibt uns allen wertvolle Hilfe im Alltag und wir sind froh, dass wir immer wieder Menschen finden, die uns signalisieren, dass wir ihnen wichtig sind und sie für uns da sind.
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