Mittwoch, 16.05.2001
Wells Gray Provincial Park - Monte Lake - 270km
Es regnete immer noch. Unsere Batterie für den
Camper hatte wieder nicht durchgehalten. Nur mit Kerzenlicht hatten wir den
letzten Abend verbracht, damit wenigstens die Heizung genug Strom hatte. Wir
fuhren sofort los und frühstückten erst an den Helmcken Falls. Endlich ließ der
Regen nach und wir konnten loslegen. Das Wasser des Murtle River stürzte hier
137m in die Tiefe. Ein kurzer und etwas gefährlicher Wanderweg führte direkt an
der Schlucht entlang. Nachdem wir das überlebten ging es weiter zu den Dawsen
Falls. Auch hier wieder ein beeindruckender Wasserfall an dem man ein wenig
entlang spazieren konnte. Nächstes Ziel war der Great Mt. Viewpoint. Der wurde
uns auch im Visitor Center empfohlen. Eine 4
km lange, enge, sehr kurvenreiche
und steile Gravel Road führte zu diesem Aussichtspunkt.
Diesen Weg sollte man
aber wirklich auf sich nehmen, denn die Aussicht ist einfach großartig. Soweit
man blicken konnte nur Wälder und Berge - und wir natürlich. Weiter ging
es von hier zu den Spahats Falls. Hier hat der Spahats Creek einen bis 122 m
tiefen Canyon gegraben und stürzt sich dann aus ca. 60 m in die Tiefe. Danach
verließen wir den Wells Gray Prov. Park in Richtung Kamloops. Hier machten wir
ja schon auf dem Hinweg kurz Station, sodas wir nur schnell unsere Vorräte im
Saveway auffüllten und weiter in Richtung Süden fuhren. Da waren laut
Campingführer als nächstes in Monte Lake, einige Kilometer nach Kamloops,
Campingplätze. Dort Übernachteten wir auf dem Heritage Campsite & RV Park für
17,66 Can$, Full Hook up. Bei einer kurzen Einweisung für den Platz erfuhren wir
vom Besitzer, daß das kommende Wochenende Happy Holiday sei und die Kanadier
dann alle Ihre Sachen packen und zum Camping fahren. Darüber machten wir uns
aber zunächst wenig Gedanken, da Campingplätze nun wirklich keine Mangelware
waren. Zum Abendessen gab es wieder leckere Steaks und Klöpse vom Holzgrill. Ich
hatte mir zwar einen guten Vorrat an Brennholz angelegt aber ein netter Kanadier
vom Nachbarplatz brachte mir ein paar Stücke von sich vorbei und meinte ich
sollte es mal damit versuchen. Ich weiß nicht was das für ein Holz war, ziemlich
rötlich, aber gebrannt hat es wie verrückt, so das sogar meine doppelt gelegte
Alufolie, begann, sich aufzulösen und vom Grill zu tropfen und ich schnell meine
guten Steaks rettete.
Donnerstag, 17.05.2001
Monte Lake - Kelowna - 170km
Auf dem Weg zwischen Monte Lake und Vernon
liegt die "historische"(um 1870) O'Keefe Ranch. Am Eingang bekamen wir eine
kleine Broschüre in deutscher Sprache und den Hinweis, daß die nächste Führung
im O'Keefe Haus um 12:15 Uhr begann. Pünktlich trafen wir dort ein und die
Führung begann. Mit uns war nur noch eine Kanadische Schulklasse. Wir wurden
erstmal befragt, woher wir denn kommen und dann fand man sogar ein paar deutsche
Worte zur Begrüßung. Wir wurden auch während der Besichtigung öfter gefragt, ob
wir denn alles verstanden hatten oder wie das z.B. in Europa damals so war. Man
gab sich also ziemlich viel Mühe mit uns. Und wenn unser mittlerweile doch schon
wieder ganz gutes Englisch nicht ausgereicht hat, dann haben wir den Rest mit
einer Mischung aus Deutsch und Englisch hinbekommen. Nach der Führung machten
wir noch einen schönen Rundgang über die Ranch und weiter ging es nach Vernon.
Hier gab es mal wieder lecker essen bei Wendy's old fashion Burger und tanken
war auch gleich dran. Von hier aus ging es weiter nach Kelowna im Okanagan
Valley. Der Okanagan ist der nördliche Ausläufer des nordamerikanischen
Wüstengürtels. Hier ist es meistens so warm, dass sogar Weinanbau möglich ist.
Dieses Klima und die verschiedenen Freizeitmöglichkeiten, hier kann man auf dem
See Boot fahren und nur eine halbe Stunde entfernt zum Skifahren gehen, trugen
auch dazu bei, das sehr viele Kanadier hier ihren Altersruhesitz haben. Das
merkte man dieser City aber auch
wirklich an. Alles war hier super ordentlich
und gepflegt.
Und bei uns war tatsächlich super Wetter. Nachdem wir vergeblich
versucht hatten den Okanagan Mtn.Prov.Park zu erreichen, entschlossen wir uns
umzudrehen und noch ein wenig in der Stadt zu verweilen. Zum Übernachten
fuhren wir dann auf den Beer Creek Prov.Park.
Für 18 Can$ inkl. Feuerstelle konnten wir uns einen sehr schönen Platz mit Blick
auf den See aussuchen. Wasser und Abwasser waren zentral.
Freitag, 18.05.2001
Kelowna - Grenze USA - 190km
Am Morgen schon strahlende Sonne und wir
Frühstückten das erste mal im Freien. Danach ging es wieder in die City. Wir
machten einen schönen Bummel entlang des Okanagan Lake und Vicky hatte auf den
verschiedenen Spielplätzen die Möglichkeit sich auszutoben. Nach dem Mittag ging
es auf dem Hwy.97 immer entlang des Okanagan Lake in Richtung Osoyoos an der
Grenze zu den USA. Hier angekommen gab es erstmal wieder eine Burger für den
kleinen Hunger und da wir ja nun einmal so nah an der Grenze waren,
entschlossen
wir uns, diese auch zu überqueren und uns einen schönen Stempel für die Pässe
geben zu lassen. In den Reiseführern stand ja schließlich, daß es für Bürger der
BRD keine Visapflicht gäbe. Also müsste das ja alles ganz easy gehen. Wir fuhren
an der Grenze vor und der Kontrollposten fragte uns 'ne Menge Dinge von denen
wir nicht mal die Hälfte verstanden und das was wir verstanden machte auch
keinen Sinn. Ergebniss, unsere Pässe waren erstmal weg und wir wurden gebeten
unseren Camper mal eben abzustellen und uns im Office zu melden. Dort bekamen
wir von zwei Beamten in deutsch/englischer Sprache erklärt, daß man um in die
USA einzureisen unbedingt mindestens 18 US$ haben müsse. Wäre aber kein Problem
eine Wechselstelle befindet sich nur wenige Meter entfernt. Wir also los zur
Wechselstelle und mal eben 30 Can$ in 18,03 US$ gewechselt und wieder zurück.
Wieder im Office fragte man uns ob wir denn nun die 18 US$ hätten. Wir dachten,
die wollten die nur eben mal sehen aber denkste! schwupp waren unsere
wenigen Dollar in Ihrer Kasse verschwunden. Und diesmal bekamen wir
erklärt, daß wäre für die Aufhebung der Visapflicht. Nun mussten wir nur noch
u.a. bestätigen das wir keine Nazis oder gesuchten Schwerverbrecher sind und als
Krönung, daß wir keine Waffen in die USA einschmuggeln wollten. Wahrscheinlich
wollte man damit aber nur sicher stellen, daß den eigenen Waffenhändlern auch
kein Geschäft durch die Lappen geht = ;-))) . Nachdem wir das alles
überstanden hatten, durften wir dann endlich einreisen.
Gleich im nächsten Ort nach der Grenze erwartete uns ein Superstore direkt an
der Straße. Den wollten wir uns mal ansehen. Wir also rein und zu unserer
Überraschung konnte man hier wieder alkoholische Getränke "ganz normal"
einkaufen. In Kanada war das ja nur in den Liquore Stores möglich. Also
entschlossen wir uns zu folgendem Einkauf.
|
eine Büchse Bier 24OZ Budweiser |
1,12 US$ |
2,55 DM |
|
eine Flasche Californischer Cabernet |
4,55 US$ |
10,35 DM |
|
zwei Kaugummi |
1,58 US$ |
3,58 DM |
|
darauf noch Steuer |
0,43 US$ |
0,98 DM |
|
Total |
7,68 US$ |
17,48 DM |
Und auf ging es zurück nach Kanada. Diesmal
wurden wir befragt ob wir denn irgend etwas eingekauft hätten. Bei unserer
Einkaufsliste lächelten wir nur und dachten an nichts Böses, da ja alles für den
eigenen Verzehr war. Aber das Lächeln verging uns ganz schnell als wir vor die
Wahl gestellt wurden unsere eine Flasche Rotwein zu verzollen oder sie
abzugeben. Da wir die Flasche aber eigentlich gekauft hatten um auf Elkes
Geburtstag anzustoßen bezahlten wir dann nach langen Diskussionen nochmal 6,38
Can$. Also hatten wir jetzt eine Flasche Californischen Cabernet für ca. 19,45
DM. Und weiter ging es mit den Katastrophen.
Da, wie schon erwähnt, ein Happy
Holiday war, war der Public-Campground völlig ausgebucht. Wir konnten es gar
nicht glauben und drehten trotzdem eine Runde über diesen wirklich schönen
Platz. Nun ja, es gab ja noch ein paar Andere Plätze im Ort. Diese befanden sich
alle an einer Straße entlang des Osoyoos Lake und waren auch ziemlich voll,
hatten nur sehr kleine Stellplätze und waren sehr teuer. Wir entschlossen uns
dann für den Waltons Mt.Resort Campground. 25 Can$ all inclusive ohne
Feuerstelle. Den Rotwein ließen wir uns am Abend ganz besonders gut schmecken.
Samstag, 19.05.2001
Grenze USA - Maple Ridge (Vancouver) - 419km
Wir entschlossen uns heute wieder zurück bis nach Vancouver oder wenigstens bis kurz davor zu fahren. Also ging es gleich nach dem Frühstücken noch mal tanken und dann auf den Hwy.3 nach Princeton. Dort gab es einen kurzen Stop um bei A&W einen leckeres Mittagsmenü zu uns zu nehmen. Weiter auf der 3 vorbei am Manning Prov.Park bis Hope. Hier kurze Besichtigung des Hope Slide wo 1965 ein Bergrutsch einen See und die ehemalige Straße auf 3km Länge verschüttet hat. Jetzt weiter über die 7 nach Maple Ridge kurz vor Vancouver. Hier hatten wir uns wieder einen Public Campground ausgesucht. Leider war der nur sehr schwer zu finden, da die Beschreibung im Campingführer nur ungenau und die Beschilderung vor Ort saumäßig war. Als wir dann endlich die richtige Zufahrtsstraße erreicht hatten stand auch schon ein großes Schild am Straßenrand auf dem zu lesen war, daß der Campground voll belegt und damit geschlossen ist. Hapy Holiday eben. Nun begann die hektische Suche nach einer Ausweichmöglichkeit. Leider erfolglos. Also entschlossen wir uns trotzdem nochmal zurück zu fahren. Und das war gut so. Denn vor dem Public Campground gab es noch einen kleinen privaten Platz mitten im Wald auf dem auch noch Stellplätze frei waren. Also nichts wie hingestellt und für 21 Can$, ohne alles, eingecheckt.
Sonntag, 20.05.2001
Vancouver - 90km
Nach dem Frühstück im Freien bei super Wetter
ging es auf nach Vancouver um uns dort einen Campground zu suchen. Denn für
Ausflüge in die Downtown war es von hier viel zu weit. Zumal unsere
Kilometergrenze für den Camper fast erreicht war. Wir besichtigten drei
verschiedene Plätze und entschieden uns nichtzuletzt auch aus Zeitmangel für den
Burnaby
Cariboo RV Park.
Hier
kostete der Stellplatz satte 37 Can$ und hatte mit dem was wir bisher an
Campgrounds gesehen hatten nichts mehr gemeinsam. Der Stellplatz war gerade mal
so groß wie unser Camper und nur durch eine Hecke vom nächsten Platz abgetrennt.
Wir waren erstmal geschockt aber die anderen Plätze, die wir gesehen hatten,
waren eigentlich nur Parkplätze, wo man Camper an Camper stand und die kosteten
ca. 24 Can$. So hatten wir wenigstens bis auf eine Feuerstelle alles am Platz.
Auch war die sonstige Ausstattung sehr gut. Bis in die Downtown war es aber auch von
hier noch ein ganzes Stück, sodas man auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen
war. Eigentlich auch gar kein Problem, da ein Busstop gleich in der Nähe war.
Aber wie wir vom deutschsprechenden Personal erfuhren, streikten die Busfahrer
schon seit 7 Wochen und ein Ende war noch nicht abzusehen. Man hatte zwar einen
Pendelbus vom Campground in die Downtown eingerichtet, der fuhr aber nur 9.00Uhr
hin und 18.00Uhr wieder zurück und j
etzt
war es schon 13.00Uhr. Also Problem. Da bekamen wir den Tip mit dem Camper bis
zu einer Haltestelle des Skytrain zu fahren und von dort mit dem selben direkt
bis in die Downtown. Der Skytrain ist nämlich ein vollautomatischer Zug ohne
Personal.
Und
da auch die Kontrolleure streikten benötigte man nicht mal ein Ticket. Also rein
in den Camper und zum Parkplatz am Skytrain und weiter in die Downtown. Hier ein
Rundgang mit den wichtigsten Attraktionen. Die City war angenehm leer, da ja
viele Einwohner auf den Campingplätzen vor der Stadt saßen und Victoria Day
feierten. Zurück ging es dann wieder mit dem Skytrain. Am Abend ging Vicky noch
ausgiebig im Schwimmbad auf dem Campground baden und wir erholten uns ein wenig
von der Lauferei durch die City.
Montag, 21.05.2001
Vancouver - Fort Langley - 60km
Heute sollte es noch einmal ein ganzer Tag in
Vancouver sein. Nachdem wir ja gestern schon die meisten Sehenswürdigkeiten der
Downtown zu Fuß besichtigt hatten, wollten wir heute noch eine Runde mit dem
Camper im Umfeld der Downtown drehen. Das klappte
auch
ganz gut, obwohl unsere Karte von Vancouver nicht die Beste war. Aber da wir ja
Zeit hatten fuhren wir einfach der Nase nach und kamen dadurch auch mal in
Ecken, in die man sich sonst wohl eher selten begibt sowie an wunderschöne
Strände wo sich schon viele Leute bei diesem herrlichen Wetter sonnten. Am Ende
kamen wir dann am Stanley Park an. Dies ist ein großer Naturpark westlich der
Innenstadt mit zahlreichen Freizeiteinrichtungen
und
Sehenswürdigkeiten. Wir stellten unseren Camper auf einen Parkplatz und gingen
einen Teil des um den Park führenden Rundweges. Von hier hat man auch immer
wieder einen guten Blick auf die Skyline von Vancouver incl. Hafen und Canada
Place. So verbrachten wir den Rest des Tages in diesem schönen Park. Gegen Abend
verließen wir dann Vancouver und fuhren nach Fort Langley, daß in der Nähe
unserer Vermietstation lag, auf den Fort Camping Resort. Das
war
wieder ein Campground der schon eher unseren Vorstellungen entsprach. Da Happy
Holiday endlich vorüber war, gab es auch wieder genügend Plätze. Für 21 Can$ war
mal wieder alles inklusive sogar die Feuerstelle. Uns blieb jedoch nur noch
unsere Sachen zu packen und den Camper wieder auf Vordermann zu bringen, da die
Abgabe für den nächsten Vormittag vereinbart war.
Dienstag, 22.05.2001
Fort Langley - Vancouver
Frühes
aufstehen, frühstücken und Camper reinigen, so ging es los. Nach einer kurzen
Fahrt sind wir gegen 10.00Uhr wieder an der Vermietstation. Alles geht schnell
und völlig Problemlos genauso wie bei der Übernahme. Wir weisen noch auf ein
paar kleine Mängel hin die uns aufgefallen sind und das war es. Wir haben
insgesamt 3620 km zurückgelegt. Da 3600 km frei waren, mußten wir noch 6,38Can$
nachzahlen. Wir verabschiedeten uns vom freundlichen Team und werden dann mit
einem Kleinbus zurück zu unserem Hotel gefahren.
Da
immer noch gestreikt wurde, saßen wir in unserem Hotel ein wenig fest, denn in
die City war es von hier einfach zu weit. Also entschlossen wir uns in das
Richmond Center, ein größeres Einkaufscentrum, zu gehen und unsere letzten
Dollar auszugeben. Auf der Karte nur ein kurzer Weg aber für meine zwei Mädels
unendlich lang. Aber wir erreichten es schließlich doch noch und wir verbrachten
den Nachmittag ganz gemütlich beim shoppen und bummeln. Der Rückweg war dann wie
zu erwarten wieder unendlich lang aber mit ein paar Psychotricks ( Ha, Ha von
wegen Eis ) konnte ich meine beiden Mädels doch noch bis zum Hotel zurück
bewegen. Hier war nur noch relaxen und fernsehen angesagt bis alle ziemlich
kaputt einschliefen.
Mittwoch, 23.05.2001
Nach
einem ausgiebigem Frühstück im Hotel fuhren wir mit dem Shuttle-Bus zum Airport,
checkten ein und flogen mit zwei Stunden Verspätung, inkl. einem Zwischenstopp
in Calgary, zurück nach Berlin. Natürlich nicht ohne vorher noch die "Airport
Improvement Fee", eine Steuer zum Ausbau und Erhalt de
s
Vancouver Flughafens, in Höhe von 15 Can$ pro Person zu bezahlen.
Stand: 23.08.2005